Thinkpad X61s mit Debian Lenny

Diese Anleitung Basiert auf einer Standard Debian Lenny Installation. Nach der Installation müssen aber noch einige Schritte unternommen werden, um alle Komponenten benutzen zu können.

Wir gehen von einer Lenny - Installation mit verschlüsseltem LVM aus. Als Software Profile ausgewählt sind:

Tipps zum LVM: Die vorgeschlagene Aufteilung sollte geändert werden. Am einfachsten geht es, in dem man das überdimensionierte LV home als root sichert, löscht und mit zum Beispiel 10 GB neu anlegt:

mkdir /root/homes
cp -rp /home/* /root/homes/
umount /home
lvresize -L 10G /dev/$HOSTNAME/home
mkfs.ext3 /dev/$HOSTNAME/home
mount /home
mv -p /root/homes/* /home/
rm /root/homes

Ziel ist es das Laptop mit KDE bequem benutzen zu können.

TODO

Übersicht

Komponente Status
Wifi Eingerichtet
LAN Out of the Box
X.org Funktioniert
Externer VGA Funktioniert
Trackpoint Funktioniert
WAN Nicht vorhanden
Sound Funktioniert
Festplatte Out of the Box
Active Protection Nicht eingerichtet
USB Out of the Box
Bluetooth Nicht getestet
Firewire Nicht getestet
SMBus Out of the Box
PCMCIA Out of the Box
Kartenleser Nicht getestet
Fingerprint Scanner Keine freien Debian-Pakete
Standby / Ruhezustand Funktioniert
Sondertasten Funktionieren
ACPI Out of the Box
Docking Station Funktioniert
Helligkeit verstellen apt-get install xbacklight
Akku optimieren Tipps
Dynamische Taktung Out of the Box
Embedded Security Subsystem Nicht eingerichtet

Wifi

Die eingebaute Karte funktioniert mit dem iwl4965 Modul. Dieses sollte nach dem Start automatisch geladen worden sein. Allerdings muss man sich selbst die Firmware für diese Karte runterladen. Die Firmware ist eine Binärdatei, die vom Treiber in die Karte geladen wird. Wegen einem Zertifikat darf diese laut Intel nicht geändert werden. Damit ist diese Datei keine freie Software. Dieses gibt es als Paket firmware-iwlwifi in den non-free Sources oder hier: http://intellinuxwireless.org/?n=Downloads

Für die Modulversion beim Kernel 2.6.26 braucht man die Fimware in der Version 228.57.1.21.

Wenn der Kernel kein iwl4965-Modul hat, ist eventuell ein apt-get dist-upgrade nötig.

Das heruntergeladene Archiv enthällt eine .ucode-Datei. Diese muss in den /lib/firmware Ordner kopiert werden, damit sie vom Treiber gefunden wird.

Zusätzlich muss noch wireless-tools für die Konfiguration sowie der knetworkmanager für KDE installiert werden.

Anschließend muss der Benutzer in die Gruppe netdev hinzugefügt werden, damit er über den KNetworkManager die Netzwerkkarten konfigurieren kann.

Sound

Der Sound funktioniert fast out of the Box. Allerdings muss der Mixer richtig eingestellt werden. Dazu ist alsamixer empfehlenswert. Dieser ist im Paket alsa-utils enthalten.

Im alsamixer muss man durch Drücken der m - Taste die Geräte Speaker und Headphones einschalten. Nach der Installation sind diese nämlich stumm geschaltet.

Für die KDE Bentutzer ist sicherlich KMix interessant.

X.Org

Hier muss nur die Konfigurationsdatei leicht angepasst werden. Wir aktivieren das Scrollen mit dem Trackpoint sowie die Moglichkeit den VGA Anschluss zum Erweitern des Desktops zu benutzen.

Trackpoint

In diesem Bereich fügen wir die zwei Optionen ein

Section "InputDevice"
        Identifier "Configured Mouse"
        Driver     "mouse"
        Option     "EmulateWheel"          "on"
        Option     "EmulateWheelButton"    "2"
EndSection

VGA

Um einen Bildschirm an den VGA Anschluss betreiben zu können, müssen wir die Screen Sektion anpassen. Hier fügen wir die den Displbay Bereich mit der Virtual Zeile hinzu.

Section "Screen"
        Identifier      "Default Screen"
        Monitor         "Configured Monitor"
        SubSection "Display"
            Depth 24
            Virtual 2304 768
       EndSubSection
EndSection

Danach kann man mit xrandr ohne X neustarten zu müssen den Bildschirmbereich ändern.

Suspend / Standby, Ruhezustand / Hibernate

Um die Funktionen nutzen zu können muss ein Paket installiert werden:

Mit den Standardeinstellungen bleibt der Bildschirm nach dem Aufwachen schwarz. In der /etc/X11/xorg.conf muss im Device Bereich noch die Option VBERestore hinzugefügt werden.

Section "Device"
        Identifier      "Configured Video Device"
        Option          "VBERestore"  "true"
EndSection

Zusätzlich müssen Bootparameter festgelegt werden: /boot/grub/menu.lst:

kernel .... acpi_sleep=s3_bios noapic

Nach einem Kernel-Upgrade muss eventuell noch ein `update-initramfs -uk `uname -r` ausgeführt werden.

Viele Probleme können duch Module verursacht werden. In der Datei /etc/hibernate/blacklisted-modules können diese aufgelistet werden. Damit werden sie vor dem Schlaf entfernt.

Suspend

Man kann mit sudo hibernate-ram das Laptop auf Standby stellen. Durch Drücken der Fn Taste oder des Power-Knopfs, oder öffnen des Deckels wird wird das Laptop wieder geweckt.

Hibernate

Hibernate funktioniert mit sudo hibernate-disk allerdings gibt es Probleme, wenn das Laptop an die UltraBase angedockt ist: Etwas weckt das Laptop gleich nach dem Hibernate wieder auf, so das es gleich wieder hochfährt.

Fn- und Sondertasten

Die Fn-Tasten erzeugen acpi-Events. Dafür brauchen wir einen Daemon, der beim Eintreten der Events bestimmte Aktionen auslöst.

Mit acpi_listen kann man die ausgelösten Ereignisse anzeigen.

Hier meine Konfiguration:

Für diese Konfiguration werden noch folgende Pakete benötigt:

Sound Tasten

Unter Gnome funktionieren diese auf Anhieb. Unter KDE muss man ein paar Befehle eintippen:

cat << EOF > /etc/X11/Xmodmap
! Volume Keys
keycode 174 = XF86AudioLowerVolume
keycode 176 = XF86AudioRaiseVolume
keycode 160 = XF86AudioMute

! Multimedia Keys
keycode 164 = XF86AudioStop
keycode 144 = XF86AudioPrev
keycode 153 = XF86AudioNext
keycode 162 = XF86AudioPlay

! Browser Keys
keycode 234 = XF86Back
keycode 233 = XF86Forward

EOF

Als Benutzer:

cat << EOF > $HOME/.kde/Autostart/xmodmap.sh
#!/bin/sh
xmodmap
/etc/X11/Xmodmap
EOF
chmod +x $HOME/.kde/Autostart/xmodmap.sh

Dock

Die Ultrabase X6 wird mit dem dock ACPI-Modul ohne Probleme erkannt. Abdocken funktioniert mit dem Knopf an der Base. Allerdings muss das Laptop gedockt gestartet werden, damit das Laufwerk erkannt wird.

Active Protection System

Das Laptop unterstützt das "Active Protection System". Dieses ermöglicht die Beschleunigung des Laptops zu überwachen und im Falle einer Erschütterung oder Aufpralls die Festplatte zu stoppen.

Meine Erfahrung mit einem Thinkpad X40 hat gezeigt, dass die Festplatte im mobilen Einsatz zu oft gestoppt wird. Dadurch verkürzt sich die Lebensdauer dramatisch.

Grundsätzlich sollen die Module tp_smapi und das ältere hdaps funktionieren. Getestet habe ich diese jedoch nicht

Stromverbrauch

Um den Verbrauch zu optimieren hilft powertop:

Dieses zeigt die möglichen Einstellungen um das Laptop zu optimieren.

Zusätzliche Punkte:

Laptop-mode-tools kann die Einstellungen ändern, wenn das Laptop an die Stromversorgung oder nur am Akku hängt.

CPU-Taktung

Der Kernel sollte beim Booten gleich die richtigen Module laden.

Mit cpufrequtils kann man es überprüfen.

cpufreq-info zeigt den eingestellten governer und die aktuelle Frequenz an. Der optimale Governor für Intel CPUs ist ondemand.

KDE-Einstellungen

Der Powermanager für KDE zeigt die aktuelle Frequenz und den Batteriestatus an, verändert die Helligkeit und kann auf Ereignisse wie Niedriger Batteriestand oder Zuklappen des Deckels reagieren.

Möglicher Weise ist bereits ein Power-Managment Tool installiert sein: kpowersave dieser muss deinstalliert werden:

Damit die Events der Suspend/Hibernate Tasten nicht doppelt ausgelöst werden, müssen noch zwei Dateien bearbeitet werden:

Dort muss gleich in der zweiten Zeile exit 0 eingefügt werden. Das Problem tritt nur in Verbindung mit KDE auf.

artsd

artsd ermöglicht mehreren Programmen gleichzeitigen Zugriff auf die Soundkarte. Leider verursacht er jedoch sehr viele Interrupts, was Akkulaufzeit kostet. Deshalb sollte dieser mit dem KDE Kontorl Panel deaktiviert werden.

laptop mode tools

Datei /etc/laptop-mode/laptop-mode.conf anpassen:

# Festplatten auf 5 Minuten setzen
LM_AC_HD_IDLE_TIMEOUT_SECONDS=300
LM_BATT_HD_IDLE_TIMEOUT_SECONDS=300

Quellen und Links

Erstellt von Herman Fries für Intevation GmbH